Alle Beispiele auf dieser Seite sind ausgedachte Szenarien zur Veranschaulichung. Es sind keine Kundenfälle, und sie enthalten keine gemessenen Ergebnisse.
Jedes der sieben Print-Mailing-Beispiele folgt demselben Schema: Ausgangslage, Idee, Umsetzung und was sich messen lässt. Grundlagen zu Planung, Text und Versand stehen im Leitfaden zum Print-Mailing.
Die Direktmarketing-Beispiele reichen von der Neukundengewinnung über Kundenbindung und Reaktivierung bis zum Geschäftskunden. Lesen Sie sie als Mailing-Ideen für Ihre eigene Branche: Der Mechanismus dahinter lässt sich häufig übertragen, auch wenn Ihr Produkt ein ganz anderes ist.
Beispiel: Neukunden im Neubaugebiet
- Ausgangslage: Ein Tischlerbetrieb mit Werkstatt im Ort baut Einbauschränke, Garderoben und Treppengeländer. Am Ortsrand entstehen neue Wohngebiete, deren Bewohner den Betrieb noch nicht kennen.
- Idee: Ein Brief, der sich ausdrücklich an neue Nachbarn richtet. Er begrüßt sie im Ort, zeigt in zwei Sätzen, was die Werkstatt fertigt, und bietet einen unverbindlichen Aufmaßtermin an. Mögliche Betreffzeile: „Willkommen in der Nachbarschaft: Möbel nach Maß aus der Werkstatt um die Ecke“.
- Umsetzung: Die Namen der neuen Bewohner kennt der Betrieb nicht. Infrage kommen eine teiladressierte Sendung an die Haushalte der neuen Straßen, wie sie Postdienstleister anbieten, oder gemietete Adressen, deren Herkunft datenschutzrechtlich geklärt ist. Der Brief nennt eine feste Ansprechperson mit Telefonnummer und ein Stichwort für die Anfrage.
- Messung: Anfragen mit dem Stichwort, vereinbarte Aufmaßtermine und später die Aufträge aus dem Gebiet, verglichen mit Gebieten ohne Brief.
Beispiel: Kunden reaktivieren
- Ausgangslage: Ein Onlineshop für Büro- und Druckerzubehör stellt fest, dass ein Teil der Kunden deutlich länger nicht bestellt hat, als es ihr bisheriger Rhythmus erwarten ließe. Auf E-Mails reagieren diese Kunden nicht mehr.
- Idee: Ein Brief, der zeigt, was sich seit der letzten Bestellung getan hat, etwa ein erweitertes Sortiment oder schnellere Lieferung, und einen befristeten Vorteil für die nächste Bestellung bietet. Er unterstellt keinen Grund für die Pause. Mögliche Betreffzeile: „Neu seit Ihrer letzten Bestellung: Was sich bei uns getan hat“.
- Umsetzung: Der Shop exportiert die inaktiven Kunden als CSV-Datei und verschickt einen Serienbrief mit Anrede per Namen. Ein Aktionscode gilt für alle Briefe dieser Kampagne. Eine zufällig ausgewählte Kontrollgruppe aus inaktiven Kunden bekommt keinen Brief.
- Messung: Bestellungen mit dem Aktionscode, der Anteil der Kunden, die wieder bestellen, im Vergleich zur Kontrollgruppe und der Umsatz je versendetem Brief.
Beispiel: Saisoncheck mit Preisvorteil
- Ausgangslage: Eine Fahrradwerkstatt hat im Winter wenig zu tun. Sobald es wärmer wird, wollen viele Kunden gleichzeitig ihr Rad repariert haben.
- Idee: Ein Frühjahrs-Saisoncheck zum Vorteilspreis für alle, die ihren Termin bis zu einem festen Datum vor Saisonbeginn buchen. So verteilt sich die Arbeit über mehr Wochen. Mögliche Betreffzeile: „Fit für den Frühling: Saisoncheck zum Vorteilspreis bis «Datum»“.
- Umsetzung: Angeschrieben werden Kunden aus der Werkstattkartei der letzten Jahre. Der Brief nennt den Umfang des Checks in wenigen Punkten, den Preisvorteil, die Frist mit Datum und eine Telefonnummer für die Terminvereinbarung. Er geht gegen Ende des Winters raus, damit die Frist trotz Postlaufzeit reicht.
- Messung: gebuchte Termine mit dem Aktionsstichwort, die Auslastung in den Wochen vor Saisonbeginn im Vergleich zum Vorjahr und Zusatzaufträge, die beim Check entstehen.
Beispiel: Nachbestellung zum letzten Kauf
- Ausgangslage: Ein Tierbedarfshändler mit Ladengeschäft und Onlineshop verkauft Futter, Streu und Pflegeprodukte. Viele Kunden kaufen dieselben Produkte in ähnlichen Abständen nach.
- Idee: Eine Erinnerung, die das zuletzt gekaufte Produkt nennt und den Weg zur Nachbestellung verkürzt. Damit ist der Brief für jeden Empfänger anders. Mögliche Betreffzeile: „«Produkt» geht bald zur Neige? Ihr Code für die Nachbestellung“.
- Umsetzung: Weil Produkt und Code je Empfänger wechseln, erzeugt der Händler die Briefe aus seinen Kaufdaten vorab als ein Sammel-PDF, etwa mit der Serienbrieffunktion seiner Textverarbeitung. Jeder Brief nennt das Produkt, einen persönlichen Code und die Bestellwege im Laden und online. briefsenden teilt das Sammel-PDF in einzelne Briefe auf.
- Messung: eingelöste persönliche Codes, Nachbestellungen der genannten Produkte im Aktionszeitraum und die Zeit zwischen Brief und Bestellung.
Beispiel: Heizungswartung vor dem Winter
- Ausgangslage: Ein Heizungsbauer betreut viele Anlagen in der Region. Im Herbst häufen sich Störungen, und für Wartungen bleibt dann kaum Zeit.
- Idee: Ein Brief im Spätsommer bietet Wartungstermine vor Beginn der Heizperiode an. Er erklärt kurz, was bei der Wartung geprüft wird, und nennt feste Terminfenster. Mögliche Betreffzeile: „Bevor es kalt wird: Ihre Terminfenster für die Heizungswartung“.
- Umsetzung: Angeschrieben werden Kunden, deren letzte Wartung länger zurückliegt. Ein QR-Code führt alle Empfänger auf dieselbe Seite zur Terminbuchung. Daneben steht eine Telefonnummer für alle, die lieber anrufen.
- Messung: gebuchte Termine über die Buchungsseite und per Telefon, der Anteil der angeschriebenen Kunden mit Termin und die Verteilung der Termine über die Wochen.
Beispiel: B2B-Angebot an Steuerkanzleien
- Ausgangslage: Ein IT-Dienstleister aus der Region möchte Steuerkanzleien als Kunden gewinnen. Kanzleien arbeiten mit vertraulichen Mandantendaten, eine verlässliche Datensicherung ist für sie ein ständiges Thema.
- Idee: Ein unverbindlicher Datensicherungs-Check, angeboten von einer namentlich genannten Ansprechperson, die einen Rückruf zum Wunschtermin anbietet. Mögliche Betreffzeile: „Wann haben Sie Ihre Datensicherung zuletzt getestet?“
- Umsetzung: Der Brief geht an die Kanzleileitung, wenn ihr Name bekannt ist. Er nennt drei Fragen, die die Kanzlei selbst prüfen kann, etwa wann die letzte Wiederherstellung getestet wurde. Absender ist die Ansprechperson mit Durchwahl. Auch für Werbung an Geschäftsadressen gelten Regeln, die der Ratgeber Werbung per Post und DSGVO erklärt.
- Messung: Rückrufwünsche, vereinbarte Checks und die daraus entstandenen Angebote und Aufträge. Weil Entscheidungen in Unternehmen dauern, lohnt eine Auswertung über mehrere Monate.
Beispiel: Print und Online verbinden
- Ausgangslage: Ein Bildungsanbieter für berufliche Weiterbildung startet neue Abendkurse. Die Anmeldung läuft ausschließlich online.
- Idee: Der Brief stellt das Kursprogramm kurz vor und führt per QR-Code und kurzer Kampagnen-URL direkt zur Anmeldeseite. Die Seite greift Bild und Wortwahl des Briefs auf, damit der Übergang stimmt. Mögliche Betreffzeile: „Neue Abendkurse ab «Monat»: Programm ansehen und direkt anmelden“.
- Umsetzung: Angeschrieben werden ehemalige Teilnehmende und Interessenten, die Informationen angefordert hatten. QR-Code und URL sind für alle Empfänger gleich und gehören nur zu dieser Kampagne. Für einen Test zweier Betreffzeilen entstehen zwei Briefvarianten mit je eigener URL.
- Messung: Aufrufe der Kampagnen-URL, Anmeldungen über diese Seite und der Vergleich der beiden Varianten.
Ein Beispiel auf Ihr Unternehmen übertragen
Bevor Sie eine Idee übernehmen, prüfen Sie sie Schritt für Schritt an Ihrer eigenen Lage:
- Anlass prüfen: Haben Sie einen vergleichbaren Grund zu schreiben, den der Empfänger ohne Erklärung versteht?
- Empfänger eingrenzen: Wen betrifft der Anlass wirklich? Eine kleine passende Gruppe ist besser als alle Adressen.
- Eine Reaktion festlegen: anrufen, Termin buchen oder bestellen, aber nur eines davon.
- Zuordnung einbauen: Code, Stichwort, Kampagnen-URL oder eigene Telefonnummer.
- Erfolg vorher definieren: Stellen Sie die Kosten je Brief dem Wert einer Reaktion gegenüber und legen Sie fest, ab wann sich die Aktion gelohnt hat.
- Klein anfangen: erst einen Teil der Adressen anschreiben, das Ergebnis abwarten und dann ausweiten.
Erfolgsfaktoren im Vergleich
Gemeinsam ist allen Print-Mailing-Beispielen ein konkreter Anlass, eine eng gefasste Empfängergruppe und genau eine erwartete Reaktion. Unterschiedlich ist der Hebel, der zum Handeln bewegt. Jeder hat eigene Stolpersteine:
| Ansatz | Wirkt durch | Worauf achten |
|---|---|---|
| Regionale Neukunden | Nähe und kurzen Weg zum Anbieter | Gebiet eng fassen, Herkunft der Adressen klären |
| Reaktivierung | eine bestehende Beziehung | keinen Grund für die Pause unterstellen, Kontrollgruppe bilden |
| Befristeter Preisvorteil | einen klaren Grund, jetzt zu handeln | Frist mit Datum, Postlaufzeit einrechnen |
| Individueller Inhalt | hohe Relevanz für den einzelnen Empfänger | Datenqualität, Stichproben vor dem Versand prüfen |
| Saisonaler Service | einen Bedarf, der ohnehin ansteht | genug Vorlauf vor der Saison |
| B2B mit Ansprechperson | einen persönlichen, erreichbaren Kontakt | Durchwahl, die wirklich besetzt ist |
| Print und Online | einen kurzen Weg vom Brief zur Aktion | Seite fürs Smartphone, kurze URL zum Abtippen |
Weitere Ideen nach Jahreszeit und Anlass sammelt der Ratgeber Print-Mailing-Anlässe. Wie Sie Codes, URLs und Kontrollgruppen auswerten, zeigt der Ratgeber Print-Mailing-Erfolg messen.
Häufige Fehler
- Ein Beispiel wird kopiert, ohne Anlass und Empfänger auf das eigene Unternehmen zu übertragen.
- Individuelle Inhalte werden nicht stichprobenartig geprüft, und falsche Produkte landen im Brief.
- Der Brief verspricht mehr Termine oder Leistungen, als das Team im Aktionszeitraum anbieten kann.
Die allgemeinen Prüfungen für Adressen, Fristen, Codes und Druckdaten bündelt die Print-Mailing-Checkliste. Regeln für eine eindeutige Botschaft und Handlungsaufforderung finden Sie unter Werbebrief schreiben.
Eigene Kampagne mit briefsenden umsetzen
Wählen Sie ein Szenario und übertragen Sie zuerst Zielgruppe, Angebot und Antwortweg auf Ihr Unternehmen. Zum Formulieren helfen die Werbebrief-Vorlagen. Den Ablauf von der Vorbereitung bis zur Freigabe zeigt Print-Mailing-Kampagne planen.
Briefe im Umschlag können Sie als Serienbrief versenden; für große Werbekampagnen ab 5.000 Sendungen gibt es Dialogpost. Die Grenzen der verfügbaren Formate erklärt der Formatvergleich.